
Hier darf man von oben herabschauen
Der Blick auf die Stadt ist einmalig. Ob bei Tag oder Nacht – dieser Anblick wird niemals öde. Es ist der Blick aus der Seilbahn von Chur nach Brambrüesch. Eine Seilbahn, die in den vergangenen Jahren einige Schlagzeilen gesorgt hat. Sei es mit speziellen Abo-Aktionen, sanierungsbedürftigen Transportmitteln und am Schluss mit ihrem Neubauprojekt. Erst im vergangenen Jahr haben die «Khurerinnen und Khurer» der Direktverbindung für über 24 Millionen Franken grünes Licht gegeben. Damit entfällt künftig ein Umsteigen in der Hälfte der Strecke. Bis es soweit ist, müssen aber noch einige Abklärungen gemacht und Entscheidungen gefällt werden. Dennoch lege ich euch bereits heute einen Besuch in Brambrüesch ans Herz.
Denn in keiner anderen Schweizer Stadt kann man innerhalb weniger Minuten direkt mitten in ein Skigebiet reisen. Das ist einmalig. Zwar ist es mit 20 Pistenkilometern auch nicht das grösste Skigebiet der Schweiz, aber für ein paar gemütliche Stunden am Berg reicht das Angebot völlig aus. Im Gegensatz zu anderen Skigebieten bezahlt man dafür auch kein Vermögen für eine Tageskarte und kann mit gutem Gewissen ins Restaurant bzw. auf die Sonnenterrasse sitzen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Wer kein Fan von Kindern und Familien ist, dem rate ich frühes Aufstehen. Spätestens ab dem Mittag kommen die Eltern mit ihren Kindern meist in Scharen. Wenn man dann bereits auf der Sonnenterrasse sitzt, hatte man nicht nur ein paar tolle Fahrten ohne grosses Anstehen, man kann auch bereits dem Après-Ski frönen. Und dies ohne schlechtes Gewissen, denn eine Bushaltestelle direkt neben der Talstation macht die Anreise mit dem Auto überflüssig.

Morgens hat man die Chance auf leere Pisten. BILD NADIA KOHLER
Wer sich nicht gemütlich hinfläzen oder sich bereits ab Mittag einen Kaffee mit Schuss gönnen möchte, der kann eine Schneeschuhwanderung oder (bei genügend Schnee) die 5 Kilometer lange Schlittelpiste in Angriff nehmen.
Besonders schön ist die Fahrt von Brambrüesch nach Chur jedoch bei Nacht. Egal ob an Silvester oder beim Nachtschlitteln – der Blick von oben auf die älteste Stadt der Schweiz darf man nicht verpasst haben. Spätestens dann hat man sich in die Stadt mit den rund 37'000 Einwohnern verliebt.

Der Blick von der Mittelstation nach Chur. BILD NADIA KOHLER