
Chur aus einer anderen Perspektive
Seit rund sieben Jahren steht es bereits in der Churer Altstadt – das Tastmodell für Blinde und Sehbehinderte. Es zeigt die vermeintlich älteste Stadt der Schweiz in einem 1:500-Verhältnis und ist dank der Höhe des Betonsockels auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Namen der wichtigsten Gebäude sind zudem in Braille-Blindenschrift in der Miniatur miteingegossen.

Hier muss man einfach tasten und fühlen! FOTO NADIA KOHLER
Das 40’000-Franken Projekt ist auch für Sehende ein Highlight. Es zeigt unsere wunderschöne Altstadt von oben und egal ob alt oder jung – man muss die kleinen Gebäude einfach anfassen und mit dem Finger die Strassen nachzeichnen. Ein Halt vor dem Tastmodell inspiriert euch bestimmt wieder einmal zu einem Stadtrundgang, wo ich euch den Gang durch die Reichsgasse ans Herz legen möchte. Am hinteren Teil des Rathauses findet ihr die Churer Elle. Die Masseinheit, welche vor der schweizweiten Vereinheitlichung der Masse und Gewichte gegolten hatte, ist ein Stück Geschichte. Eine Elle betrug einst 0,6632 Meter. Nur wenige Schritte entfernt könnt ihr je nach Tageszeit einen Kaffee oder einen Cocktail bei «Ela – Coffee & Cocktails» trinken oder ein paar Türen weiter bei «Zuzu’s Cupcakes» in eine herzhafte Zuckerbombe beissen.
Wenn ihr dann den Drang nach Bewegung verspürt, empfehle ich euch den kleinen Aufstieg zur Kantonsschule und dann rechts zum berühmten «Haldenhüttli». Der kleine Pavillion aus Holz wurde 1879 erbaut und gilt, wie Chur Tourismus dies so schön erklärt, zugleich als «Aussichtspunkt und Rückzugsort für Liebespaare und bietet einen romantischen Blick über die Stadt». Wahre Worte! Es handelt sich um meinen absoluten Lieblingsort in Chur. Auch hier kann man Chur aus einer anderen Perspektive betrachten.