
Berner hilft Churern sich selbst zu helfen
«Wie leicht kann ich mich mit dem Virus anstecken?», «So sind die Corona-Statistiken zu verstehen» oder «Höhepunkt überschritten?» – dies sind nur drei von unzähligen Schlagzeilen rund um die gegenwärtige Corona-Krise. Schwierige Zeiten können uns nicht nur lähmen, sie machen uns auch kreativ. Dies zeigen unzählige Online-Shops, Tutorials und Fitness-Angebote, welche in den letzten Tagen und Wochen in Chur aus dem Boden gestampft wurden. Auch die Nachbarschaftshilfe erlebt gerade ihr Revival. Unterstützt wird dies durch die Website churhilftchur.ch.
Erfinder und Macher der Website ist aber nicht ein Churer, sondern ein Berner. Bernhard Aebersold – er arbeitet als freier Journalist für die «Südostschweiz» und studiert an der Fachhochschule Graubünden FHGR. Mit seiner Seite möchte er in Zeiten von Selbstisolation und Social Distancing dennoch ein Gefühl von Nähe kreieren. Jeder, der etwas anzubieten hat – sei es Geschichten via Skype vorlesen oder einen Einkauf erledigen –, ist eingeladen, sein Angebot auf der interaktiven Karte zu verewigen oder es ganz einfach in Anspruch zu nehmen.
Die aktuellen Angebote in der Übersicht. SCREENSHOT CHURHILFTCHUR.CH
Die Reaktionen seien durchwegs positiv, wie Aebersold auf Anfrage erklärte. Innert weniger Tage waren bereits 58 Angebote erfasst. Er selbst steuert natürlich auch ein Angebot bei. «Als waschechter Berner möchte ich euch die berndeutsche Sprache etwas näherbringen und lese euch auf Wunsch und via Skype ein paar Kurzgeschichten aus dem Buch «Plötzlech hets di am Füdlä» von Pedro Lenz vor», heisst es in seinem Eintrag im Bereich «Unterhaltung». Ihm selbst hat es das Angebot eines Online-Strickclubs oder der Pferdemist für den Garten angetan – oder zumindest findet er diese besonders spannend. Der Berner, der sich hier zu Hause fühlt, wünscht sich natürlich noch mehr Angebote. Vor allem im Bereich Unterhaltung habe es noch Potenzial.
Auch wenn ihr selbst keine Zeit für eine Dienstleistung habt, kann ich euch den Besuch der Site nur empfehlen. Es ist spannend, was unsere Mitmenschen anzubieten haben und was in Krisenzeiten alles entstehen kann.

